Kunstverein Nördlingen

Herzlich willkommen beim kunstvereinnördlingen.

Liebe Mitglieder,

auf der diesjährigen Mitgliederversammlung konnten wir drei langjährige Vorstandsmitglieder verabschieden sowie drei neue KandidatenInnen in den Kreis des Vorstandes aufnehmen.

Wir danken Rudi Lohmaier, Nathalie Schnider-Lang und Roland Schulz für ihr Engagement für den Kunstverein und dürfen als neue Vorständler herzlich begrüßen: Hans-Jörg Lange, Wolfgang Schwab sowie Christine Wömpner.

Des Weiteren hier die Nachricht, dass die aktuelle Jahresgabe ab sofort zur Abholung bei KERAMIK & WOHNEN in der Deininger Straße 20 in Nördlingen bereitliegt (Nathalie Schnider-Lang 09081 275855 Öffnungszeiten).

Ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest, frohe Festtage und ein gutes Neues Jahr!

Ihre
Dr. Sabine Heilig
1. Vorsitzende

28.11.2017

Jahresgabe Nr. 15 des Kunstvereins Nördlingen

Marita Mattheck (geb. 1950)

INSIDE/OUT I, 2017
INSIDE/OUT II, 2017
Hochdruck auf Feinkarton
20 x 20 cm, Papiergröße 30 x 30 cm
Signierte, nummerierte und auf je 50 Exemplare limitierte Auflage

Variationsreich präsentiert die Malerin und Grafikerin Marita Mattheck in der diesjährigen Jahresgabe des Kunstvereins die druckgrafischen Möglichkeiten des Hochdrucks. Der unterschiedliche Charakter beider Motive ist das Resultat der beim Druck variierten Verwendung der jeweiligen Druckplatten. Mit zwei Platten bei INSIDE/OUT II, bei Variante INSIDE/OUT I sogar mit fünf Platten gedruckt, erzeugt die Künstlerin zwei Motive in ganz unterschiedlichen Ausprägungen.

Das quadratische schwarze Liniengebilde, das bei beiden als oberste Setzung auf dem Hintergrund steht, ist zweigeteilt und besteht aus einer breiten Gitterform auf der einen Seite sowie einer von Bögen und diagonalen Linien bewegten zweiten Form. Dem genauen Betrachter wird auffallen, dass die schwarze Form in INSIDE/OUT II durch eine Spiegelung und zugleich 180 Grad Drehung der Druckplatte in einem hellen Grau ein weiteres Mal im Hintergrund erscheint.

In INSIDE/OUT I bilden grafisches Gerüst und Farbflächen in Rot und Grau eine in sich ruhende, ausgewogene Komposition. Das schwere Dunkelrot links unten bildet sozusagen das Fundament der Form. Es wird durch die schwarzen Linien umrandet. Die beiden mittelgrauen Flächen sind auf den rechten Bildbereich begrenzt und bieten zur roten Form einen gewissen Ausgleich. Die farblichen Flächensetzungen in diesem Motiv sind immer so gewählt, dass sie die hellen Leerräume nicht völlig ausfüllen, wodurch reizvolle Öffnungen und Lichter entstehen. Die im oberen Bildteil befindlichen grauen Farbflächen werden von weißen horizontalen Linien strukturiert und bilden einen farblichen Abschluss. Die lineare Fassung der Darstellung bleibt in diesem Motiv am rechten Bildrand ausgespart - dort öffnet es sich in den Bildraum.

Die quadratische Grundform ist im zweifarbigen Werk INSIDE/OUT II ähnlich angelegt, jedoch bildet am linken Rand die hellgraue Motivbegrenzung des gespiegelten Drucks im Hintergrund eine lichte, jedoch gut sichtbare optische Abgrenzung zum Umraum, wodurch das Quadrat geschlossen wirkt.

Marita Mattheck, die für diese Hochdrucke mit einem modernen Material vergleichbar dem Linolschnitt gearbeitet hat, gibt nichts Abbildhaftes wieder, sondern konzentriert sich ganzbewusst auf abstrakte Formen, auf deren räumliche Strukturierung und Wirkung und stellt damit formale Prinzipien in den Vordergrund.

Geschickt sind die Gewichte im Bild verteilt und werden in ausgewogenen Kompositionen präsentiert. Bildelemente treten hervor und wieder zurück, je nach perspektivischer Ausrichtung – Innen/Außen, INSIDE/OUT. So wird zum dominanten, schwarzen Grundgerüst Spannung aufgebaut.

Die Künstlerin hat ihre bildnerische Vorstellung zu unserer Jahresgabe folgendermaßen beschrieben: „Meine Idee war es, zusammenfassende Eindrücke der Stadt Nördlingen nach der Ausstellung 'ausgetauscht' im Kunstverein Nördlingen einfließen zu lassen.“ Das heißt, die Motive wurden angeregt von der Architektur, den Fachwerkhäusern, den Türmen und Gebäuden sowie den freien Flächen und Plätzen innerhalb und außerhalb der Stadtmauern und im persönlichen Erleben dieser Eindrücke von unterschiedlichen Blickachsen aus. Auch der Blick von oben auf die Stadt hinab, kann in den Bildern wiedergefunden werden.

Bei all diesen gedanklichen Bezügen, so Marita Mattheck, soll „es doch ein abstraktes Bild sein.“ Die damit verbundene Reduzierung auf das Wesentliche lässt Raum für eigene Gedanken.

Diese exklusiv für den Kunstverein Nördlingen entstandene Serie steht für das künstlerische Prinzip der Umsetzung konkreter zu autonomer Form. Im Ergebnis sind dabei zwei aufeinander bezogene, ästhetisch sehr ansprechende abstrakte Werke entstanden. Marita Mattheck, die 1978 ihr Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Prof. Ludmilla von Arseniew abschloss, lebt und arbeitet im südpfälzischen Leimersheim. 2017 stellte sie zusammen mit fünf weiteren KünstlerInnen vom Zehnthaus Jockgrim in der Reihe „ausgetauscht“ im Kunstverein Nördlingen in der Post aus.

Dr. Sabine Heilig, im November 2017