identity rooms – wohnenträumen

20.03. – 01.05.2004

im Schneidt’schen Haus,
Eisengasse 6 (1. OG),
Nördlingen

Künstlergruppe maximal:
Die 1994 gegründete Künstlergruppe maximal, das sind Isa Dahl, Thomas Heger, Rolf Kilian, Bernd Mattiebe, Rainer Schall, Daniel Wagenblast und Bernhard Walz.

Die sieben Künstler haben sich während des Studiums an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart kennengelernt, hatten schon zu Studienzeiten eigene und individuelle künstlerische Standpunkte im Auge, die sie zu diskutieren begannen. Nach dem Studium ging es darum, dies fortzusetzen. »Jeder Künstler, einmal aus dem behüteten Freiraum der Akademie in die Notwendigkeit entlassen, um sich nun in dem Kunstgeschehen mit seinen Werken zu behaupten, braucht ein Netzwerk nicht nur zur Vermarktung, sondern vielmehr auch zur Diskussion, zur kritischen Überprüfung und Fortentwicklung seiner Arbeit, als Gegenpol zum individuellen und einsamen Ringen im Atelier« (Werner Meyer, Direktor der Kunsthalle Göppingen, im Katalog „Die Ausstellung – die Künstlergruppe maximal“). Seit nun zehn Jahren treffen sich die sieben Künstler regelmäßig in den Ateliers, diskutieren über Kunst, über die entstandenen Arbeiten und planen gemeinsame Projekte wie identity rooms wohnenträumen. In den historischen Räumen des Schneidt’schen Hauses schafft maximal eine Folge poetischer Räume. Lustgarten, Musikzimmer, Salon, Säulenhalle und Empfang. Wesentlicher Bestand dieser Raumkompositionen sind die Bilder und Skulpturen. Sie erzeugen zusammer mit den Requisiten komplexe Spannungsbeziehungen und skurrile Wechselwirkungen.

www.maximal-web.de


Ausstellungsinformation

Eine Ausstellung des Kunstvereins Nördlingen mit der Künstlergruppe maximal „identity rooms, wohnenträumen“ nennt die Künstlergruppe maximal ihr künstlerisches Konzept für die aktuelle Ausstellung des Kunstvereins Nördlingen. Klassische Bildwerke wie Gemälde in Öl, Acryl oder Eitempera auf Leinwand oder Holz sowie figürliche Skulpturen in Holz und Eisen werden in einen Kontext mit Alltagsgegenständen gestellt.Neben kleinen Requisiten wie ein Eierkocher oder eine Stehlampe befinden sich in der Ausstellung ein gemachtes Bett, eine Sitzgruppe mit rotem Bistrotisch, ein Sofa oder ein hölzerner Wohnzimmertisch mit Leuchtglobus. Aus einem Phonoschrank spielt Musik. Liegestühle mit Neonbeleuchtung laden auf grünem Teppich zum Entspannen ein. Mit dieser ästhetischen Inszenierung im Schneidt’schen Haus nahe dem Nördlinger Rathaus antwortet maximal auf die spezielle Ausstellungssituation des Gebäudes, das früher als Wohnhaus, in unserer Zeit auch als Büro, gedient hat.

Die fünf Räume sind in eine erzählerische Abfolge gebracht. Man betritt als erstes einen Empfangsraum mit geheimnisvollen Türen. In der weitläufigen Säulenhalle dominiert das Bett im Mittelpunkt des Raumes. Läßt sich von hier aus die Kunst am bequemsten betrachten? Im anschließenden Salon mit gediegenem Ambiente irritieren vor einer Tür aufgestapelte Styroporplatten. Das Musikzimmer hingegen entspricht der erwarteten Idylle: Sitzecke mit Sesseln, ein Tisch mit Tulpenvase, der Phonoschrank. Im letzten Raum vermittelt der Lustgarten mit den Liegestühlen im grellen Licht einen Hauch von Sommerfrische. Oder doch nicht?

Die teilweise farbgewaltigen, sehr heterogenen Kunstwerke der Gruppe, die sich gleichmäßig über die Ausstellungsräume verteilen, spiegeln Aspekte der zeitgenössischen Kunst im Spannungsfeld von Abstraktion und Figuration.

Was ist Kunst? maximal beantwortet diese vielgestellte Frage mit einem Augenzwinkern. Die Künstler unterscheiden nicht zwischen zweckfreiem Kunstwerk und benutzbarem Mobiliar. Teil dieses Konzept ist es, über Irritationen den Blick gezielt auf das Kunstwerk zurückzulenken, und dieses als individuelle Form wieder wahrzunehmen.

„identity rooms, wohnenträumen“ bietet sich in besonderem Maße auch für einen Besuch mit Kindern und Jugendlichen an. Einerseits lassen sich prinzipielle Standpunkte zeitgenössischen Kunstschaffens anhand der unterschiedlichen Techniken und Kunststile vermitteln. Andererseits wirft die Präsentation der Werke im Kontext mit dem häuslichen Beiwerk zahlreiche Fragen wie zum Beispiel über das Wesen der Dinge auf. Inwieweit ist hier die Kunst bloße Dekoration, oder umgekehrt, stellen sich die Realien als Dekoration für die Kunst dar? Das Nachdenken über die eigene Wohnsituation läßt diese abstrakten Fragen anschaulich werden.


Kunstwerkstatt

Wohlfühl-Räume, Wohlfühl-Träume
Kunstwerkstatt für Kinder in der aktuellen Ausstellung des Kunstvereins Nördlingen. Der Kunstverein Nördlingen bietet am Samstag, den 27. März, eine Kunstwerkstatt für Kinder ab 7 Jahre in der Ausstellung mit der Künstlergruppe maximal an, die am kommenden Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird.

maximal hat die Ausstellung im Schneidt’schen Haus mit Bildern, Skulpturen und Mobiliar in eine Abfolge poetischer Räume verwandelt. Über den Empfang gelangt man in die Säulenhalle, den Salon, das Musikzimmer und in den Lustgarten. Die Kunstwerkstatt unter der Leitung von Christine Hubel und Margit Eskau bietet den jungen Künstlern die Möglichkeit, im Anschluss an eine Führung eigene Wohlfühl-Räume zu entwerfen und zu gestalten. Gehören zum einem Wohlfühl-Raum Bilder an der Wand? Ein Bett, ein Musikschrank oder eine Leselampe vielleicht? Wie stelle ich mir einen Lustgarten vor? Etwa mit Neonbeleuchtung? Die Kinder sind eingeladen, ihre eigenen Gedanken dazu mit Pinsel, Zeichenstift und Schere umzusetzen. Träumen ist erlaubt! Das Material wird gestellt. Malkittel bitte nicht vergessen.